AVES Thurgau zählt 130 Mitglieder
Präsident Urs Martin plädiert für Vernunft in der Energiepolitik – Kritische Fragen zum geplanten Atomausstieg.
msi. Die Regionalgruppe Thurgau der Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES) zählt bereits 130 Mitglieder. Präsident Urs Martin betonte an der 2. Generalversammlung vom 24. Mai, Vernunft sei in der Energiepolitik wichtiger denn je.
Rund 40 Mitglieder und Gäste nahmen an der 2. GV der AVES Thurgau teil. Sie ist seit der Gründung im vergangenen Jahr von 60 auf bereits 130 Mitglieder angewachsen, darunter sind zahlreiche Vertreter aus der Politik und der Wirtschaft.
Konsequenzen bedenken
Der Einsatz für eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung im Rahmen der freien Marktwirschaft habe nichts an Aktualität verloren, stimmte Präsident und SVP-Kantonsrat Urs Martin ein. Er hinterfragte am Vorabend des bundesrätlichen Atomausstiegsbeschlusses die Konsequenzen eines solchen Schritts, insbesondere ob der Bau von Kohle- und Gaskraftwerken zur Deckung einer Stromlücke sinnvoll sei. Vernunft in der Energiepolitik sei wichtiger denn je. Es gelte, den Wirtschaftsstandort nicht zu schwächen, aber auch aus Fehlern zu lernen.
Die AVES Thurgau hatte im vergangenen Vereinsjahr einen Gegenvorschlag zu den Zwillingsinitiativen lanciert, der von den Initianten sehr ernstgenommen worden war. Aus dem politischen Prozess resultierte schliesslich im Grossen Rat ein Kompromissvorschlag zur Förderung der erneuerbaren Energien. Zum zweiten wichtigen Thema, der Geothermie, organisierte die AVES Thurgau im September eine öffentliche Veranstaltung, und seit dem Mai dieses Jahres engagiert sich Urs Martin im neugegründeten Verein Geothermie Thurgau. Im laufenden Jahr sind Besichtigungen von Stromproduktionsanlagen und weitere Aktivitäten geplant.
Angebot und Nachfrage
Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie im kantonalen Volkswirtschaftsdepartement, überbrachte eine Grussbotschaft des Kantons und betonte die Chancen der erneuerbaren Energien. Ziel müsse es bleiben, von den fossilen Energien wegzukommen. „Seien Sie offen für alle Möglichkeiten“, forderte Paoli. Die Frage, ob es zu einer Zeiten-Wende in der Schweizer Energiepolitik kommt, beleuchtete Kurt Wiederkehr in seinem anschliessenden Gastreferat.
Die Kernfrage sei es, wie stark künftig die Stromnachfrage eingedämmt und wie das Angebot erhöht werden könne, sagte der Leiter Energiewirtschaft und Projektleiter Langfristperspektiven beim Verband Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE). Genügend Energie sei eigentlich vorhanden, doch nicht immer zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, skizzierte Wiederkehr die Herausforderungen zwischen wachsenden Bevölkerungszahlen und neuen Technologien.
Fotolegende:
Kurt Wiederkehr vom VSE zeigte Zahlen aus der Realität, zum Beispiel wie sich der Anteil verbrauchseffizienter Tiefkühltruhen entwickelt hat.